Durchbohrte Nassarius-Muscheln Institute of Archaeology, University of Oxford

Bei Ausgrabungen in Marokko ist der bisher älteste datierbare Schmuck der Menschheit gefunden worden: fingernagelgroße, perforierte und mit Ocker verzierte Nassarius-Muscheln.

Die Grotte des Pigeons bei Taforalt in Marokko, von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt, gewährt immer wieder Einblicke in das Leben der ersten modernen Menschen in Afrika. Eine Begräbnisstätte wie auch Funde von Schmuck und den Knochen erlegter Tiere belegen, dass die Höhle über lange Zeit als Anlaufpunkt diente.

Bei den Ausgrabungen unter Leitung von Prof. Nick Barton (Institute of Archaeology, University of Oxford) und Dr. Abdeljalil Bouzzougar (Institut National des Sciences de l’Archéologie et Patrimoine, Rabat, Marokko) fanden sich nun die ältesten, als Schmuck verwendeten Nassarius-Muscheln.

Nur fingernagelgroße, perforierte und teilweise mit rotem Ocker verzierte Muscheln – so muss man sich den Schmuck unserer Vorfahren vorstellen. Die neu entdeckten Muscheln müssen, ausgehend von bereits datierten Muscheln aus höheren Sedimentschichten, die 82 000 Jahre alt sind, noch älter sein. Damit wäre der Schmuck bedeutend älter als die in der Blombos Höhle in Südafrika gefundenen Muscheln derselben Art, deren Alter von 72 000 Jahren belegt ist. Die ältesten Funde solcher Schmuckstücke in Europa sind gerade einmal 40 000 Jahre alt.

Besonders faszinierend an diesen Schmuckstücken ist die Tatsache, dass ähnliche Stücke in einer geographisch so weit entfernten Region gefunden wurden. Die seit 2005 an dem Projekt beteiligte Archäologin Dr. Elaine Turner vom Römisch-Germanischen Zentralmuseum erklärt, dass das Alter der in Marokko gefundenen Muscheln nahe legt, dass Menschen schon vor mehr als 82 000 Jahren eine fortgeschrittene symbolische Kultur entwickelt hatten: Für sie war mehr von Bedeutung als nur der tägliche Überlebenskampf um Nahrung, Wasser und den Schutz vor Raubtieren.

Quelle: idw

Ein mutiger Mensch.

July 5, 2009

Dangerous!

Jacksons Tanz – Schönheit ist Männersache

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DIE ZEIT, Ausgabe 28, 2009
Von Evelyn Finger | © DIE ZEIT, 02.07.2009 Nr. 28

Ein Triumph über alle Gewalt: Michael Jackson hat den Tanz als Entfesselungskunst zelebriert
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Bevor der Nachlass verteilt wird, kommen die Grabredner und machen den Toten gesellschaftsfähig. Im Fall von Michael Jackson betrauern sie jetzt das misshandelte Kind, vergessen aber, dass er als Sexsymbol auch über seinen Peiniger triumphierte. Das prüde Totengedenken geht so: Leugnung des Lustprinzips, Wendung ins Asexuelle, Andeutung gewisser Perversionen. Alles läuft darauf hinaus, dass Michael Jackson kein richtiger Kerl war. Beerdigt wird ein Geschlechtsloser, ein Mann ohne Eigenschaften.
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Doch der Tote, den man uns hier als weibisches Zwitterwesen verkauft, war zu Lebzeiten einer der aggressivsten Tänzer der Welt. Er bewegte sich nicht nur schneller, sondern auch kraftvoller als all die geföhnten Schönlinge der achtziger Jahre. Er verkörperte den neoromantischen Machismo des Pop mit unnachahmlicher Coolness und machte den Bühnentanz endgültig zur Männersache.
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Das Atemberaubende an dem Horrorclip Thriller, der jetzt dauernd erwähnt wird, war ja nicht die Verwandlung des jungen Helden in einen Werwolf. Es war die herausfordernde und zugleich sublime Erotik, mit der Michael Jackson sich auf sein Publikum zubewegte. An der Spitze eines Heeres lüsterner Zombies provozierte er uns mit einem Tanzstil, der das Süßliche der Broadwayshows und das Künstliche der Liebesfilmgesten hinter sich ließ, ohne den Spielcharakter des Sexuellen zu leugnen. Hart knallen die Füße der Männer auf die Straße, scharf schneiden die Arme durch die Luft, kantig rucken die Schultern – doch die rhythmische Beckenarbeit hat nichts Pornografisches, eher etwas Ironisches. Darin besteht Michael Jacksons Kunst: dass er Sex als Zitat benutzt und zugleich zelebriert, dass er den Körper vorführt und feiert.
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Der Jazzdance des jungen Jackson war eigentlich Streetjazz. Die contractions waren stark beschleunigt, die isolations ins Extrem getrieben. Man kann sagen: Auf der Bühne hat er den Stil der Straße erfunden. Zwar benutzte er noch Musical-Posen und Stepptanzschritte, aber er kombinierte sie mit schrillen Breakdance-Tricks.
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»How can we know the dancer from the dance«, fragt der irische Romantiker William Butler Yeats in seinem Gedicht Amongst Schoolchildren . Wir können am Tanzstil Michael Jacksons einen mutigen Menschen erkennen. Seine physische Kühnheit überstrahlt alle Kostüme und Masken. Sie ist nichts durch Prügel Erzwungenes, sondern gegen die Prügel Behauptetes. Mag jetzt der Moonwalk wieder in Mode kommen, nie wird ihn jemand so selbstvergessen tanzen wie Jacko. Er ist der Mann, der seinen gestählten Körper aufs Spiel setzte, der sich über die Demütigungen der Kindheit erhob, für einen triumphalen Moment. Seine Ästhetik wird die Küchenpsychologen überdauern, die behaupten, dass er beim Griff in den Schritt einen Handschuh trug, weil er Berührungsängste hatte. Könnte es sein, dass der Glitzerhandschuh die obszöne Geste einfach nur sichtbar machte? Er war Zubehör eines Entertainers, der die Entfesselung der Triebe lachend zelebrierte. Er war Zeichen einer Selbstbefreiung, eines Lustrauschs, in den der Jahrhunderttänzer sich und die Welt versetzte.

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BRAVO, “Zeit”! Sagt mir bloß: Warum habe ich euch nicht gehört, als er noch lebte?

Smooth criminal

Wir sehen die Natur so an, als ob sie ein Kunstwerk wäre.

Und danach erst beurteilen wir die Kunst danach, wie weit sie der Natur entspricht.

Er war ein Kunstwerk, das sich die Natur einverleibt hat.

ghosts

Ich kann nicht glauben, dass es die Schmerztabletten waren. Die waren vielleicht das Tüpfelchen auf dem i. Aber das i selbst: Das war die Erwartung.

Die Erwartung ist ebensosehr Euphorie wie Bangigkeit. Jedem Künstler graust es vor dem Urteil des Publikums. Jeder Künstler platzt in der Erwartung des Moments, wo er sein Werk zeigen kann.

Auf einer Fansite schreibt ein Trauernder: Wir haben ihn umgebracht. Das ist nicht wahr; ich meine: ganz und gar nicht wahr. Er war ein Perfektionist, das wissen wir alle, und wir wissen sogar, dass dieses Wort, wie für jeden wahren Künstler, für ihn viel zu schwach ist: Er wollte nicht nur stets das Beste, was möglich ist, sondern Mehr.

Er war Künstler. Er war Künstler in einem so absoluten Sinn, wie… ich schlucke, und dann sage ich es doch: wie kein anderer. Kein anderer vor ihm; und ob nach ihm, werden wir sehen.

Ein Künstler ist keine aufgelöste Gleichung. Künstler wird nur, wer es nötig hat. Wer seine Gleichung nicht lösen konnte, und der, wenn er schon die Lösung nicht schafft, wohl unablässig bemüht ist, sich sein Publikum zum Zeugen dafür zu schaffen, dass er es doch allezeit… versucht hat.

Fast ist es banal, und dann wieder viel zu pathetisch: Ein Künstler bleibt eigentlich nur der, der nicht zu einem Schluss kommt. Er ist eine tragische Figur.

Und eine romantische.

Pierrot ist gestorben.

June 26, 2009

Jean Louis Barrault als Jean Gaspard "Baptiste" Deburau (in Kinder des Olymp)

Aber tot ist er nicht.

Good bye, Michael.

June 25, 2009

who is ist?

Just another part of me.

flute Hohler Fels

Früheste Musiktradition in Südwestdeutschland nachgewiesen

Forscher der Universität Tübingen berichten in der Zeitschrift Nature: Ausgrabungen von Archäologen um den Tübinger Urgeschichtler Prof. Nicholas Conard haben im Sommer 2008 an den Fundstellen Hohle Fels und Vogelherd in Form einer nahezu vollständigen Knochenflöte und einzelner Fragmente dreier Elfenbeinflöten neue Belege für Musik im Paläolithikum geliefert.
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Der bedeutendste dieser Funde, eine fast vollständige Knochenflöte, wurde in der untersten Schicht des sogenannten Aurignacien, der ältesten mit dem modernen Menschen in Verbindung gebrachten Kultur in Europa, im Hohle Fels im Achtal, 20 km westlich von Ulm, entdeckt. Die Flöte wurde in zwölf Bruchstücken geborgen, die in einem kleinen Bereich von vertikal 3 cm und horizontal von 10 cm auf 20 cm gefunden wurden. Diese Flöte ist das bei weitem vollständigste aller bisher in den Schwäbischen Höhlen entdeckten Musikinstrumente.
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Flöte Hohler FelsDie Flöte vom Hohle Fels ist auf einer Länge von 21,8 cm erhalten und hat einen Durchmesser von etwa 8 mm. Fünf Fingerlöcher sind vorhanden. Die Ober- fläche des Instruments und die Knochenstruktur befinden sich in einem ausgezeichneten Erhaltungs- zustand und offenbaren zahlreiche Einzelheiten der Fabrikation. Der Hersteller schnitzte zwei tiefe, V-förmige Kerben in ein Ende des Instruments, wahrscheinlich um so das Anblasende zu formen. Die Schicht, in der die Flöte lag, umfasst viele Abfälle der Steinbearbeitung, bearbeitete Knochen, bearbeitetes Elfenbein, Knochen von Pferd, Rentier, Mammut, Höhlenbär und Steinbock sowie verbrannte Knochen. Obwohl keine eindeutigen Menschenknochen im Schwäbischen Aurignacien entdeckt wurden, nehmen die Forscher an, dass anatomisch moderne Menschen die Artefakte aus dem Aurignacien hergestellt haben, kurz nachdem sie im Zuge ihrer Wanderung entlang der Donau aufwärts in der Region angekommen waren.
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Die Flöte ist aus der Speiche eines Gänsegeiers (Gyps fulvus) gefertigt. Diese Art hat eine Spannweite zwischen 230 und 265 cm und liefert Knochen, die für lange Flöten ideal geeignet sind. Gänsegeier und andere Geier sind in den jungpaläolithischen Sedimenten der schwäbischen Höhlen nachgewiesen.
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Die Ausgrabungen des Jahres 2008 erbrachten im Hohle Fels außerdem zwei kleine Bruchstücke, die nahezu sicher zu zwei Elfenbeinflöten aus dem frühesten Aurignacien gehören. Die unterschiedlichen Abmessungen der Fragmente zeigen, dass die beiden Funde nicht zu demselben Instrument gehören. Die Ausgräber am Vogelherd im Lonetal, 25 km nordwestlich von Ulm, haben ein weiteres einzelnes Bruchstück einer weiteren Elfenbeinflöte entdeckt.
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Die Technik zur Herstellung einer Elfenbeinflöte ist wesentlich komplizierter, als es bei einer Flöte aus einem Vogelknochen der Fall ist. Der Herstellungsprozess erfordert es, zunächst grob die Form entlang der Längsachse des von Natur aus gebogenen Elfenbeinstücks herauszuarbeiten. Diese Rohform muss dann der Länge nach entlang der Schichtung des Elfenbeins in zwei Hälften gespalten, beide Hälften müssen sorgfältig ausgehöhlt werden. Nach dem Schnitzen der Grifflöcher müssen die Hälften wieder zusammengefügt und luftdicht versiegelt werden. Berücksichtigt man die Tendenz empfindlicher Elfenbeinartefakte, in zahlreiche Fragmente zu zerfallen, so ist es nicht ungewöhnlich, nur einzelne Stücke solcher Musikinstrumente aufzufinden.Hoehle_Hohle Fels Schelklingen_
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Die zehn Radio- kohlenstoffdaten für das früheste Aurignacien liegen zwischen 31.000 und 40.000 Jahre vor heute. Eichungen sowie unabhängige Kontrollen mit anderen Methoden zeigen, dass die Flöten vom Hohle Fels älter als 35.000 Kalenderjahre und damit die ältesten Belege für Musikinstrumente sind. Außerhalb der Höhlen der Schwäbischen Alb gibt es keinen überzeugenden Beleg für Musikinstrumente, die älter als 30.000 Jahre sind.
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Die neuen Funde machen deutlich, dass Musik eine bedeutende Rolle im Leben der Aurignacienmenschen im Ach- und Lonetal in Südwestdeutschland gespielt hat. Die meisten der Flöten stammen aus archäologischen Kontexten mit einer großen Zahl an Steinartefakten, Werkzeugen aus organischen Materialien, Jagdfauna und verbrannten Knochen. Dieser Befund lässt darauf schließen, dass die Bewohner der Plätze in verschiedenen sozialen und kulturellen Zusammenhängen auf Musikinstrumenten spielten und dass die Flöten mit vielerlei anderem Siedlungsabfall fortgeworfen wurden. Im Falle des Hohle Fels lässt die Lage der Knochenflöte innerhalb eines dünnen archäologischen Horizontes in nur 70 cm Entfernung von der vor kurzem publizierten Frauenfigur vergleichbaren Alters, der sogenannten “Venus vom Hohle Fels”, vermuten, dass vielleicht ein Zusammenhang zwischen beiden Fundstücken existiert.

venus vom hohlen fels, allseitig
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Die Flöten aus dem Hohle Fels und dem Vogelherd sowie aus dem nahe gelegenen Geißenklösterle zeigen, dass im kulturellen Repertoire des Aurignacien um die Zeit, als moderne Menschen die Region an der Oberen Donau besiedelten, eine musikalische Tradition bestanden hat. Die Herausbildung einer Musiktradition im Aurignacien begleitete die Entwicklung früher figürlicher Kunst und zahlreicher Innovationen, darunter ein breites Spektrum neuer Schmuckformen sowie neue Technologien bei Steinartefakten und Artefakten aus organischen Materialien. Das Vorhandensein von Musik im Leben jungpaläolithischer Völkergruppen bewirkte nicht unmittelbar eine effektivere Bedarfsdeckung und einen höheren Reproduktionserfolg, aber Musik scheint zu einer Verbesserung des sozialen Zusammenhalts und zu neuen Formen der Kommunikation beigetragen zu haben, die indirekt eine Bevölkerungsexpansion moderner Menschen auf Kosten der kulturell konservativeren Neandertaler unterstützt haben.
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Die Flöten aus den Höhlen der Schwäbischen Alb gehören zu den Hauptexponaten einer großen Landesausstellung in Stuttgart mit dem Titel ‘Eiszeit – Kunst und Kultur’, die vom 18. September 2009 bis zum 10. Januar 2010 gezeigt werden wird.

Für Nachfragen:
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Prof. Nicholas J. Conard Ph.D.
Abteilung Ältere Urgeschichte und Quartärökologie
Institut für Ur-und Frühgeschichte und Archäologie des Mittelalters
Universität Tübingen, Schloss Hohentübingen, 72070 Tübingen
nicholas.conard[at]uni-tuebingen.de

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hohle fels Wasservogel

From Times Online, June 24, 2009

By Hannah Devlin

An ancient flute has been unearthed in Germany, revealing that musical traditions began earlier than previously thought.

The bone instrument, which is almost completely intact, has been dated to around 33,000BC — more than 5,000 years older than the earliest musical instruments on record.

Fragments of three ivory flutes were discovered at the same site, the Hohle Fels cave, near the city of Ulm.

The caves would have been occupied by Stone Age hunter-gatherers who subsisted on a diet of horse and reindeer meats, fruits and berries.

The flute, which is carved from the wing bone of a vulture, is around 20cm in length and 1cm in diameter. It has five finger holes and features V-shaped carved notches that would have acted as the mouthpiece.

hohle fels Pferdekopf 30 tsd. j.

The flute would have had a similar, possibly greater, range of notes to the modern flute, according to scientists writing today in the journal Nature. It would been held vertically, like a modern recorder, but instead of blowing directly into it, the musician would have blown obliquely across the open top of the instrument.
“It would have been something like playing a beer bottle,” said Nicholas Conard, an archaeologist at the University of Tübingen, who led the study.

A reconstruction of the flute revealed that its first three notes correspond roughly to the opening notes of Star Spangled Banner.

Only small fragments of the three ivory instruments were recovered, but their discovery is significant because the technology required to make ivory flutes is much more advanced. The flutes would have been constructed in two halves, which were whittled down, polished and then joined together with an airtight seal.

Cave drawings and figurines, dated from around the same period, had been found previously at the site. The latest discovery suggests that music as well as visual art was an important part of cultural life for Palaeolithic tribes.

hohle_fels_01


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Seit Tagen will ich an dieser Stelle etwas über den angeblichen Impressionismus bei Turner schreiben. Mir ist ganz flau. Aber ich habe mich nunmal erkühnt, jetzt muss ich weitermachen – auf die Gefahr hin, lauter Sätze aufzuschreiben, in denen mehr Falsches als Richtiges steht.
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Auf den ersten Blick springt eine Verwandtschaft ja ins Auge – die Pinselführung, das Licht, die aufgelösten Konturen, die Farben vor den Formen…

das Sklavenschiff
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Aber es wird nicht die subjektive ‘Stimmung’ des Malers wiedergegeben und kein ‘Eindruck’ des Augenblicks. Das Bild ist ja offenkundig nicht ‘vor der Natur’ entstanden, sondern wurde – wie nahezu alle Bilder Turners, auch die meisten Aquarelle – aufs Sorgfältigste im Atelier ausgearbeitet. Turner malt keinen Himmel, ‘wie ihn der Künstler sieht’. Er wählt exzessive Farben, aber er ’sieht’ das Meer nicht gelb. Gelb – das berühmte Turner-Gelb – hat für ihn offenbar einen expressiven Wert, und er malt es an Stellen, wo es weder ‘von Natur’ hingehört, noch wo es ‘dem Auge so vorkommt’. Bei diesem Bild geht es überhaupt nicht um Eindrücke. Das Meer ist grauslich, weil das Motiv grauslich ist. Ein Sklavenschiff wirft auf dem Weg nach Amerika die Kranken über Bord. Und zwar ist das Bild schon grauslich, bevor der Betrachter die Szene überhaupt erkannt hat. Dieser Maler verfolgt andere Absichten als: der Welt seine Befindlichkeit darzubieten.

Licht und Farbe - der Morgen nach der Sintflut
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Licht und Farbe – Der Morgen nach der Sintflut wird im Untertitel als eine Studie zu Goethes Farbenlehre ausgewiesen.
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Nicht minder programmatisch ist

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Regen Dampf Geschwindigkeit; es ist eine Reflexion über ‘die Natur’ im (beginnenden) industriellen Zeitalter. Unerachtet seiner nervösen Pinselführung und des enthusiastischen Farbauftrags ist Turner kein Impressionist, sondern ein Romantiker – und kein Innerlicher, sondern wie Constable einer von der expressiven Art. Noch seine stillsten und kontemplativsten Stücke wollen offenkundig mehr über die Dinge sagen als über des Malers  Seelenverfassung.

norham-castle-bei-sonnenaufgang
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Aber sie sagen etwas Ästhetisches.

Bach-Kantate

Durch ihn kam der Glaube in die Welt, man könne Musik auch ohne Inspiration, nur mit der Schreibtafel und dem Rechenschieber komponieren – und dass Melodie und Rhythmus zum niederen Bedürfnis der dummen Misera plebs gehören.

In seinen vor-Leipziger Instrumentalstücken – die beim gewöhnlichen Publikum entsprechend beliebt sind – kommen Melodien und (ja, doch) Rhythmen vor. Der Posten in Leipzig hat ihm dann wohl eine Massenproduktion abgenötigt, die ohne Schematik nicht zu bewältigen war.

Dass er kompositionstechnisch tausend Pfade eröffnet hat, auf denen seine Nachfolger fortschreiten konnten, kommt dem Konzertgänger nicht zu Ohren; es sei denn, er hätte Musikologie studiert. Ich denke, dass sie an die Köstlichkeit dieser Musik glauben, kommt daher, dass alle andern das sagen.

h-moll-Messe

condron.us

Immer wieder wird Turner als Vorläufer des Impressionismus genannt. Aber mehr noch als Constable, darf man ihn auch als einen Wegbereiter des Expressonismus ansehen:

keelmen-heaving-in-coals-1835

entangled-in-flaw-ice-endeavoring-to-extricate-themselves-exhibited-1846

sturmische-see
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Ach, es ist wirklich schwer, über William Turner etwas zu sagen, das gescheiter wäre, als nichts zu sagen. Bei einem andern Künstler kann man in der Regel nacherzählen und bebildern, in welchen Etappen und unter welchen Einflüssen und in welcher ‘Tendenz’ er seinen Personalstil ausgebildet hat. Nicht so bei Turner. Er kann jederzeit alles. Mal so und dann auch wieder so. Was ich auf diesen Seiten als eine Bewegung fort von der Körperlichkeit und hin zur bloßen Erscheinungsweise der Gegenstände darzustellen versuche, ist bei Turner keineswegs eine chronologische Abfolge und schon gar nicht ein logisches Gesetz, sondern ein rein ästhetisches Schweben zwischen allen künstlerischen Möglichkeiten. Unter diesem Gesichtpunkt bitte ich Sie, sich die folgenden vier Bilder anzusehen:

venedig-gondel

felsige-bucht-um-1830
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distant river
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william_turner_-_sunrise_with_sea_monsters

condron.us